Flexibilität mit Licht

Das Goinger Bildungszentrum mit Volksschule, Kindergarten, Dorfsaal und Musikschule hat innerhalb von nur 14 Monaten ein vollkommen neues Gesicht erhalten. Sowohl außen als auch innen überrascht das Gebäude mit innovativen Lösungen, Wänden, die wandern, und glasklaren Ausblicken.

 FOTO:  GPHOTO/ Martin Guggenberger

Holz, Glas und Licht waren die Hauptzutaten bei der Neugestaltung des Bildungszentrums Going. Eine Verwandlung, die das alte Haus vollkommen auf den Kopf stellte und durch neue Raumkonzepte innovative Unterrichtsformen ermöglicht. »Im Grund war das alte Gebäude genau das Gegenteil von dem, was wir wollten. Der Haupteingang im Osten war äußerst unübersichtlich. Im Gebäude selbst herrschte eine strenge Struktur vor. Der lange Verbindungsgang war geprägt von einer Geradlinigkeit und ohne eine einzige Öffnung nach außen. Der westliche Bereich bestand zudem aus halbgeschossigen, versetzten Ebenen, war also alles andere als barrierefrei«, so der Goinger Bürgermeister Alexander Hochfilzer zur Ausgangssituation, die so sehr konträr zu den Wünschen an das neue Bildungszentrum war, dass der Architekt einen Teilabbruch empfahl.

»Die Öffnung nach außen soll zum freien Denken anregen.«

Alexander Hochfilzer, Bürgermeister von Going

Türen zum Freien

»Licht in die Räume zu bringen war eines unserer Hauptziele«, erklärt Alexander Hochfilzer. So verschaffen nun riesige, raumhohe Glasfronten am Gang und in den Klassen den ersehnten Weitblick. »Diese Verbindung nach außen erzeugt eine freundliche, gemütliche Stimmung, die durch den Einsatz von Holz noch unterstützt wird. Die Offenheit spiegelt sich zudem in dem neuen, gut sichtbaren Eingangsbereich auf der Südseite wider.« Dieser Konnex zwischen außen und innen setzt sich in den Klassen nicht nur durch die Glasfassaden fort. Der Werkraum hat etwa einen eigenen Freibereich. Und von den Erschließungsbereichen her, die vor den Klassenräumen liegen, besteht die Möglichkeit, den Raum mittels großer Hebeschiebetüren ganz nach außen zu öffnen.

Musikalisches Untergeschoss

»Als Gegenpol haben wir Rückzugsräume geschaffen, indem die Wandflächen der neuen Klassenräume um 15° verdreht wurden. Durch dieses Verdrehen verbesserte sich auch die Akustik in den Räumen, was wiederum dem Lernklima sehr entgegenkommt.« Die Wände selbst sind flexibel. So können zwei Klassen zu einer zusammengelegt oder zu den Erschließungsbereichen hin geöffnet werden. »Die Grenzen verschwinden für eine inspirierende Lernumgebung. Durch diese Wandelbarkeit entstand auch eine neue Form der Individualität für den Unterricht. Eine Grundvoraussetzung für einen Unterricht jenseits eines frontalen Lehrervortrags.« Während auf dem Dach großzügige Grünflächen genutzt werden können, wird die Schule nun gut ersichtlich über die Südseite erschlossen. »Eines der Hauptthemen war natürlich auch der Dorfsaal, der mit neuer Technik, einem Foyer und der erwähnten Dachterrasse aufgewertet wurde, ansonsten aber unverändert blieb. Durch die neue Zugangssituation besteht jetzt aber endlich die Möglichkeit, den Saal unabhängig von der Schule zu erreichen.« Das Kellergeschoss steht vorrangig der Musikkapelle zur Verfügung, für die dort ein neues Probelokal geschaffen wurde. Und auch hier besticht einmal mehr die Verbindung zwischen außen und innen in Form eines zusätzlichen, großzügigen Zugangs über die Ostseite. »Das neue Bildungszentrum entspricht mit all diesen Änderungen nicht nur dem gegenwärtigen Bedarf. Dieser weitgreifende Umbau erschuf vielmehr eine bedürfnis- und bedarfsgerechte Bildungseinrichtung für die Zukunft«, ist Alexander Hochfilzer überzeugt.

Wir bedanken uns herzlich bei den ausführenden Firmen.

Andreas Platzer, Geschäftsinhaber von Platzer Lebensräume

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