Die dritte Halbzeit

Die dritte Halbzeit

Jogi Löw, Oliver Kahn, Mehmet Scholl, Jürgen Klopp und Franz Beckenbauer standen mit ihm auf dem Rasen. Manche als Teamkollegen, die anderen als Gegenspieler. Michael Harforth lebte seinen Traum als Profifußballer, bevor ihn seine Wege an den Wilden Kaiser führten.
Im Alter von sechs Jahren hat der gebürtige Karlsruher mit dem Fußballsport begonnen. Jeden Tag war der erste Weg von der Schule zum KSC auf das Feld. Dort wurde trainiert und gespielt. Mit Erfolg. Als Siebzehnjähriger kam er bereits in die Jugendnationalmannschaft und teilte sich sogar mit Jogi Löw ein Zimmer während Auslandsspielen. Als Michael Harforth volljährig wurde, nahm ihn der KSC unter Vertrag und es folgten 18 aufregende Jahre mit über 340 Spielen.

Traumberuf - Profifussballer

»Ich weiß mein Glück durchaus zu schätzen. Millionen Kinder träumen davon und ich durfte es machen. Diesen Traumberuf leben.« Dabei war eins der eindrucksvollsten Erlebnisse auf dem Spielfeld sicherlich der 4:1 Sieg gegen Bayern München. »Karlsruhe war damals nicht überdurchschnittlich gut, aber gutes Mittelfeld und dieser Sieg war einfach spitze und ein Highlight in meiner Karriere!«, kommt Michael ins Schwärmen. Mit 36 Jahren beendete der Profifußballer seine Karriere. »Man muss dann einfach die Jugend nachrücken lassen, wenn es Zeit dafür ist. Früher hat uns zum Beispiel Olli Kahn die Bälle geholt. Dass der mal so erfolgreich wird – damit war damals noch nicht zu rechnen.«, reflektiert der ehemalige Profi die Vergangenheit. Er arbeitete anschließend noch zehn Jahre in einem Fitnessstudio, bevor ihm ausgerechnet die Jugend den Weg in eine neue Zukunft ebnete. »Ich war noch nie in den Bergen, hab von Österreich bis dato nur wenig gesehen. Bis mir dann ein Bekannter, der sich oft in Ellmau aufhielt, von dieser Region erzählte. Er erwähnte dabei, dass dort im Sommer auch sehr viele Kinder ihre Ferien verbrachten und so kam ich auf eine Idee.« Nach einem ersten Gespräch mit Peter Landlinger, vom Hotel Christoph, trainierte ich für zwei Saisonen 30-40 Kinder pro Woche in einem Fußballsommercamp am Wilden Kaiser.

Wo die Liebe hinfällt

Michael trainierte während dieser Sommermonate auch privat, um an der Tour de Tirol teilzunehmen. Und bei einer dieser Trainingslaufrunden begegnete er der Hotelière Ingrid Hochfilzer, die ein ähnliches sportliches Ziel verfolgte. Auch beim Wettkampf im Oktober wichder Exfußballer nicht von ihrer Seite, um sie anzufeuern. Zwinkernd und mit einem verliebten Lächeln im Gesicht scherzt Michael: »Ich hab dann im Winter das Hotel gewechselt.« Seitdem meistern die beiden nicht nur ihr Privatleben Hand in Hand, sondern seit mittlerweile über zwölf Jahren, packen sie auch in allen Belangen des Hotels gemeinsam mit an. »Ich hab erst mit über vierzig gelernt, was »arbeiten« bedeutet. Diese Erfahrung kenne ich von meiner Fußballkarriere nicht. Ich ziehe jeden Tag den Hut vor den fleißigen Mitarbeitern in der Tourismusbranche.« Heute hat er nur noch wenig Bezug zum professionellen Fußballsport. Es fiele ihm allerdings schon auf, dass die Fußballer heute alle viel fitter aussehen würden als damals in den 80ern. Und er habe schon ein paar Mal zu seinen Kumpels gesagt, dass er heilfroh sei, dass es die engen Trikots damals noch nicht gab. »Da hätten wir schlecht ausgesehen.« lacht Michael laut auf.

»Ich durfte diesen Traumberuf leben.«

Michael Harforth, ehemaliger Profifußballer

Ein Quantensprung für Elektriker

Ein Quantensprung für Elektriker

Ein leerer Raum kann alles sein. Was wir daraus machen, bleibt uns selbst überlassen. Innenarchitekt und Geschäftsinhaber von Platzer Lebensräume, Andreas Platzer, und sein Team wissen, wie man Wohnräume zum Wohlfühlen schafft.
»Natürlich gehört das Schremmen dazu, aber das macht längst nur noch einen Bruchteil aus«, erklärt Raimund Hochfilzer von Elektro Hochfilzer. »Die Digitalisierung hat unseren Beruf tiefgreifend verändert. Wir arbeiten viel mit Glasfasertechnik, erledigen dabei zu 90 Prozent alles selbst«, betont Raimund Hochfilzer. Im Frühjahr 2019 haben er und sein Team unter anderem die gesamte Elektroinstallation des Hotels »Das Kaiserblick« fertiggestellt. Von der Planung bis zur Installation. Die größte Herausforderung ist dabei heutzutage, der Zeit voraus zu sein. »Du musst dich bei der Planung in jede Kundschaft hineinversetzen. Überlegen, welche Anforderungen und Bedürfnisse die Zukunft bringen könnte, um beispielsweise Leerverrohrungen vorzusehen.« Für dieses »Vorausdenken« ist es notwendig, laufend am neuesten Stand zu sein. »Die BUS-Systeme entwickeln sich etwa zum gängigen Standard. Insgesamt ein sehr umfangreiches und spannendes Gebiet. Und deshalb suchen wir engagierte Mitarbeiter und allen voran Lehrlinge, die in diese Welt eintauchen möchten und mit uns vorangehen.«

»In den letzten zehn Jahren hat der Beruf des Elektrikers einen Quantensprung vollzogen.«

Raimund Hochfilzer, Geschäftsführer, Elektrounternehmen Hochfilzer in Ellmau

Gourmetfestival

Gourmetfestival

in Scheffau am Wilden Kaiser

Unter dem Motto »Schlemmen wie ein Kaiser« fand am 30. August 2019 das 3. Gourmetfestival in Scheffau am Wilden Kaiser statt.
Die Auftaktveranstaltung zu den Kulinarikwochen, bei denen die vier »Wilder Kaiser«-Gourmets – Andreas Salvenmoser (Jägerwirt), Ludwig Wieser (Gasthof Weberbauer), Alexander Schmiedhofer (Chalet Hotel Leitenhof) und Franz Kieslinger (Gasthof Zum Wilden Kaiser) gemeinsam mit den Gastköchen Helene Bichler (Helenes Kaffee Werk) und Stefan Glantschnig (Bayrischer Hof) – mit ihren Gerichten die Gaumen der Gäste verzauberten, war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Zum Eintritt bekam jeder Gast neben einem Aperitif ein gebrandetes Weinglas der Marke Riedel als Erinnerung zum Mitnehmen. Live-Musik, Weine von österreichischen Top-Winzern und vor allem die selbst kreierten Gourmetgerichte der Spitzenköche machten den Abend zu einem kulinarischen Hochgenuss.
Vom Welsfilet über Rinderfilet »Rossini«, Rehnuss aus eigener Jagd und »Umami Bombe« (Schweinebauch/Ramen/Miso Hollandaise) bis hin zu Schwarzkirsche/Zartbitter-Schokolade war für jeden Kulinarikliebhaber das Richtige dabei. Bei gemütlicher Atmosphäre und dem ein oder anderen Glaserl Wein ließ man den gelungenen Gourmetabend ausklingen. Und jetzt stellt sich die Frage – wenn du bist, was du isst, warum nutzt du nicht die Chance, ein Kaiser zu sein – beim 4. Gourmetfestival am 4. September 2020? #inechtnochschöner
TEXT & FOTO: TVB Wilder Kaiser

Rennen über fünf Hänge

Der Schuh zum Sportgenuss

Der Brandstadl5er ist ein Skirennen, das selbst Skikönner vor eine große Herausforderung stellt. Über fünf Steilhänge zieht sich die Strecke ins Tal. Wer hier nicht perfekt am Ski steht, liegt schnell im Schnee. Das haben selbst Skiprofis erleben dürfen und sind an ihre körperliche Grenze gestoßen.
Wer beim Brandstadl5er gut abschneiden möchte, der braucht eine perfekte Skitechnik, genug Kondition und eine kluge Taktik für das Rennen. Die Eckdaten des Laufes klingen zwar nicht spektakulär – die Strecke ist 1,25 Kilometer lang mit 391 Höhenmetern – doch wer die fünf Steilhänge bewältigt hat, der ist im Ziel meist fix und fertig.
Wer beim Brandstadl5er gut abschneiden möchte, der braucht eine perfekte Skitechnik, genug Kondition und eine kluge Taktik für das Rennen. Die Eckdaten des Laufes klingen zwar nicht spektakulär – die Strecke ist 1,25 Kilometer lang mit 391 Höhenmetern – doch wer die fünf Steilhänge bewältigt hat, der ist im Ziel meist fix und fertig.
st der Weltcup-Profi Romed Baumann, der das Rennen bisher immer gewonnen hat, wenn er am Start stand. Aber selbst für ihn ist am Ende seiner Weltcup-Saison das Rennen eine Herausforderung. Zusammen mit seiner Frau hat er aber bisher den Kurs souverän gemeistert und konnte die vielen jungen Rennfahrer in die Schranken weisen. Ein besonderer Starter ist Roman Rabl, der mit seinem Monoski den Lauf eröffnet und mit seinen schnellen Zeiten das Publikum ins Staunen bringt. Letzte Saison standen 160 Skifahrer am Start. Für diesen März wünschen sich die Organisatoren rund um Michael Treichl 200 Starter, dann wäre die Stimmung wieder super. Wer vor Ort Skier testen möchte, der kann das im Startbereich tun. Viele fahren auch das Rennen mit den neuesten und perfekt präparierten Modellen, wer weiß vielleicht machen die Ski gerade den Unterschied zwischen Sieg oder Niederlage aus. Der Lauf ist so lange und steil, da kann viel passieren. Die kurzen flachen Stücke zwischen den Steilhängen sind gerade lang genug um sich ein wenig zu erholen. Genau das macht das Rennen so spannend, denn irgendwann machen die Fahrer einen Fehler, weil sie müde werden. Daher ist es für alle Fahrer erst hinter der Ziellinie vorbei. Dort warten dann die Kinder und Familien der Läufer und feuern ihre Starter frenetisch an. Nach dem Rennen ist vor der Party. Die After-Race-Party findet bei der Talstation in der Waldhofalm statt. Nach der Siegerehrung heißt es dann für die Teilnehmer feiern bis in die Morgenstunden. Auch das gehört zum Brandstadl5er dazu. Was noch offen bleibt ist natürlich das Wetter. »Hoffentlich spielt das Wetter wieder mit«, wünscht sich Treichl. Letzten März war die Piste bei Sonnenschein in einem super Zustand. Aber die Organisatoren kennen auch das Gegenteil: Eisiger Wind mit viel Neuschnee. Da hilft dann nur anpacken und zusammen die Piste renntauglich machen.

Blauer Genuss

Blauer Genuss

Zeit ist das Zauberwort, wenn es um einen traditionellen, blauen Tiroler Genuss geht. Die Moosbeernocken. Eine Speise, die bereits früher auf den Almen äußerst beliebt war, da wenige Zutaten benötigt werden. Im Grunde ein schnelles Gericht, nur für das Moosbeerpflücken und das Abbraten braucht man Geduld, viel Geduld.
TEXT: Adriane Gamper FOTO: GPhoto/Florian Egger
Das Rezept für den traditionellen Tiroler Genuss hat Karoline Lanzinger von ihrer Mutter übernommen. Wobei es eigentlich gar kein Rezept gibt. »Moosbeeren mache ich wie schon meine Mama nach Gefühl. Das Entscheidende: Der Teig darf nicht zu fest sein, sonst schmecken die Nocken gleich einmal pappig«, erklärt die leidenschaftliche Bäuerin, die an sich nie Bäuerin werden wollte. »Ich habe immer gesagt: Ich heirate keinen Bauern. Dann lernte ich meinen Mann kennen«, lacht Karoline. Mit ihm zog nicht nur die Landwirtschaft in ihr Leben ein, sondern auch der Pensionsbetrieb. Und so wechselte Karoline vom Büro in den Stall und an den Herd, denn für ihre Urlaubsgäste kreiert die Itterin neben dem Frühstück auch das Abendessen. Ich habe schon immer leidenschaftlich gerne gekocht, das kommt mir jetzt natürlich zugute. Und mit diesen Worten schaltet sie ihre Mühle ein. Das Mehl für ihre Moosbeeren mahlt Karoline nämlich selbst.

Meditation in Blau

»Ich verwende immer Vollkornmehl frisch aus der Mühle, weil es gesünder ist und auch besser schmeckt. Hochwertige Zutaten sind mir generell wichtig. Bei den Moos- beernocken achte ich aber noch mehr da-rauf, nachdem das Pflücken der Beeren schon so viel Arbeit ist«, erzählt Karoline. Für sie ist es nämlich selbstverständlich, dass nur Moosbeernocken auf den Tisch kommen, wenn die Beeren selbstgepflückt sind. Schon als Kind ist sie gemeinsam mit ihren Geschwistern und Eltern zum Moosbeerpflücken losgezogen. »Und das Brocken, wie wir sagen, das dauert eben.« Längst hat sie ihre speziellen Platzerl am Bruggberg. »Trotzdem dauert es, bis man genügend beisammen hat. Doch man muss sich nur einreden, dass man beim Brocken perfekt relaxen kann, so mitten im Grünen«, kommt es mit einem Augenzwinkern. »Wobei es wirklich ein schönes Gefühl ist, in der Natur die Zutaten für ein so leckeres Essen zu sammeln, dabei entsteht eine ganz andere, zusätzliche Genussseite.«

Die Prise Salz

In die Mehl-Milch-Mischung kommt eine Prise Salz. Das A und O für Karoline. »Wenn ich das Salz weglasse, schmecke ich das sofort. Lieber zwei Prisen als keine.« Weg lässt sie dafür bei frischen Moosbeeren das Ei. »Die klassische Zubereitung ist ohne Ei und so schmecken sie auch am besten. Viele glauben, die Nocken halten dann nicht zusammen, doch das stimmt nicht. Das Ei braucht es wirklich nur bei gefrorenen Beeren.« Die Eier kommen dabei genauso wie die Milch direkt vom eigenen Hof, der seit einem Jahr über einen Freilaufstall mit nach vorne hin offenem Freibereich für die Kühe verfügt.

Langsam, ganz langsam

Mit einem Esslöffel setzt die Bäuerin kleine Häufchen in die Pfanne, in der die Butter inzwischen geschmolzen ist. Jetzt heißt es geduldig sein, denn die Moosbeernocken werden bei niedriger Temperatur gebraten. »Bei zu hoher Hitze verbrennen sie außen und sind innen noch roh.« Dicht an dicht liegen die Moosbeeren in den kleinen Teighäufchen. »Das ist wichtig. Wenn du die Moosbeeren zählen kannst, sind es keine Moosbeernocken«, scherzt sie und schneidet einen Apfel in schmale Spalten. Die Deko für das Teller. Ihre Speisen schön anzurichten, gehört für Karoline zu einem gelungenen Essen unbedingt dazu. Kurz vor dem Servieren kommt Staubzucker auf die Moosbeernocken und im Winter schwört Karoline auf einen Hauch Zimt. »Auf die Idee kam ich einmal zu Weihnachten.« Serviert wird die Tiroler Traditionsspeise ganz klassisch mit einem Glas Milch. »Das rundet den Genuss perfekt ab.« Mahlzeit!

Türe in die Vergangenheit

Der Vorraum ist geprägt durch das alte Holz an Wänden, der Decke und am Boden sowie dem riesigen Ofen, der von hier aus eingeheizt wird. Über zwei Stufen geht es hinein in die Stube, die direkt gegenüber der Küche liegt. »Zwei Stufen, da der Hof auf dem schrägen Gelände errichtet wurde. So hat man früher Unebenheiten am Bauplatz ausgeglichen«, erklärt der Altbauer. Durch die Türspalte scheint das Tageslicht leicht in
den Gang hinein. Der Türrahmen ist kunstvoll geschnitzt, genauso wie bei den Zimmereingängen im oberen Stock. Ein Griff zur alten Klinke und der Blick in die Vergangenheit wird frei. Die Zeit scheint hier herinnen stehen geblieben zu sein. Altholz an den Wänden, Decken und Boden. Der typische Kachelofen mit den charakteristischen tannengrünen Kacheln. Die Stromleitungen sind ganz klassisch am Holz fixiert. Ganz hinten in der Ecke, direkt über dem runden Bauerntisch, ist der Herrgottswinkel eingerichtet. Ein Stück, auf das die Familie besonders stolz ist.

Rezept:

Zutaten:
200 g Mehl
180 ml Milch
1 Ei (nur wenn die Moosbeeren gefroren sind, bei frischen Beeren ohne Ei)
1 Prise Salz
750 g Moosbeeren
Butter zum Abbraten

Zubereitung:

1. Mehl und Milch verrühren und eine oder zwei Prisen Salz hinzufügen.
2. Wenn die Moosbeeren gefroren sind, ein Ei unterrühren,
ansonsten entfällt dieser Punkt.
3. Die Moosbeeren unterheben und gut durchmischen.
4. Butter in einer Pfanne erwärmen.
5. Sobald die Pfanne heiß und die Butter geschmolzen ist, mit einem Esslöffel kleine Häufchen Moosbeerteig in die Pfanne geben, leicht flach drücken und auf kleiner Stufe anbraten lassen.
6. Wenn der Teig stockt, die Moosbeernocken vorsichtig wenden.
7. Die fertigen Moosbeeren werden mit Staubzucker bestreut.

Café beim Schuster

Süßes & Kaffee beim Schuster.

Als Schusterei hatte das Haus schon früher regen Zulauf, Qualität entstand in den vier Wänden. Heute gibt es an dem Standort zwar keinen Handwerksbetrieb mehr, dafür werden aber Gäste kulinarisch verwöhnt. Besonders zu empfehlen sind die selbstgemachten Blechkuchen, sie passen perfekt zu einer guten Tasse Kaffee.
Die Schusterei ist aber passé, eine neue Pächterin hat beim Schuster Einzug gehalten. Smilja Mayr ist ihr Name, sie betreibt nun ein Café beim Schuster. Auf der herrlichen Sonnenterrasse oder in der gemütlichen Stube können Kaffee, Kuchen und eine Brettljause genossen werden. »Wir machen unsere Kuchen selbst«, sagt Smilja. »Meistens sind es

Neue Zeiten

Blechkuchen, die wir anbieten. Die Auswahl des Obsts für unsere Kuchen passt sich immer der Jahreszeit an.« Zum Beispiel Marille oder Zwetschke mit Streusel – da läuft einem beim Lesen schon das Wasser im Mund zusammen. Oder soll es doch etwas Kühleres sein? Auch verschiedene Eisvariationen der Firma Strasser aus Salzburg finden sich im Angebot. Einen guten Start in den Tag verspricht das leckere, regionale Frühstück beim Schuster, es wird auf Vorbestellung (einen Tag im Vorhinein) serviert. Außerdem werden alle, die auf der Suche nach kleinen Geschenken oder Souvenirs sind, im Café beim Schuster fündig. Montag bis Freitag von 9 bis 18 und Samstag von 9 bis 14 Uhr ist Smilja mit ihrem Team für die Gäste und Besucher da. Im Haus befindet sich zudem eine Post. Partner-Stelle, sie hat an Werktagen von 8 bis

»Wir legen sehr viel Wert auf die Qualität und die Regionalität unseres Angebots.«

Smilja Mayr, Pächterin Café beim Schuster

Café beim Schuster
Dorfstraße 17
6353 Going
T (+43) 664 886 93 714
M mayrsmilja@gmail.com

Foto: GPhoto/Martin Guggenberger

Monika Hager Wild

In weiblicher Hand.

Das Kaiserbad hat eine neue Geschäftsführerin: Nachdem der langjährige Leiter, Josef Sojer, seine Pension antrat, vertraute Bürgermeister Nikolaus Manzl die Geschäftsführung per 1. Mai Monika Hager-Wild an. Sie kümmert sich nun um die Agenden des Kaiserbads, das aus Erlebnishallenbad, Freibad, Ellmi´s Freunden, Bioschwimmteich, Sauna, Kletterhalle und Tennisplätzen besteht.
»Ich habe nach einer neuen Herausforderung gesucht«, beschreibt Monika Hager-Wild ihren Grund für die Bewerbung. »Ich wollte aber eine Arbeit, bei der ich mich sehr engagieren und mit Herzblut dabei sein kann.« Die hat sie mit der Geschäftsführung des Ellmauer Kaiserbads gefunden, nach einer Ausschreibung von der Gemeinde wurde die aus Reith bei Kitzbühel stammende Geschäftsfrau ausgewählt. »Ich liebe die Vielseitigkeit an diesem Beruf. Ich habe nun ein breites Spektrum an Aufgaben und beschäftige mich nicht nur mit einem Bereich.« Was auch ausgesprochen schade wäre, bei diesen Qualifikationen: Monika Hager-Wild weist eine entsprechende kaufmännische Ausbildung, ein abgeschlossenes Studium der Immobilienwirtschaft und Erfahrung im technischen Bereich, Bauwesen sowie in der Bauleitung und Mitarbeiterführung vor. Zuvor hatte sie die Prokura in einem Handwerksbetrieb über. »Zudem freue ich mich, dass ich Kontakt zu Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Badbesuchern habe. Für mich zählt die menschliche Komponente.«

Innovation und Strategie

Motiviert und voller Tatendrang startet sie in ihre Position und lobt die Anlage: »Es ist ein Privileg, in so einem schönen Ambiente arbeiten zu dürfen und sich laufend Ideen zur Verbesserung, Optimierung und Weiterentwicklung unseres Hauses und unserer Angebote erarbeiten zu können. Von der Gemeinde und den Mitarbeitern wurde ich sehr herzlich empfangen, das macht das Arbeiten sehr angenehm.« Zu Beginn der Hauptsaison übernahm sie die Agenden, innovative Ideen und Schritte in der strategischen Entwicklung will sie nun in der etwas ruhigeren Zeit umsetzen. Gemeinsam mit dem Team wird so das langjährige Motto »erfrischend anders« weiterentwickelt, neue Produkte sollen kreiert sowie im Außenbereich sichtbar gemacht werden. Das Ziel hat sie stets vor Augen: Neue Kundenkreise sollen regional und überregional mit weiteren Attraktionen und attraktiven Veranstaltungen angesprochen werden. »Wir haben eine Hand voll Themen geplant, die nacheinander umgesetzt werden. Ich versuche immer Punkt für Punkt perfekt umzusetzen und nicht unzählige Baustellen gleichzeitig zu beginnen. Im Herbst starten bereits die ersten Aktionen – darunter sind die ›Lady-Sauna‹ und eine ›Lange Nacht der Sauna‹«, gibt sie abschließend Bescheid.
TEXT: Alexandra Embacher FOTO: GPhoto/Günther Fankhauser

Heeressportleistungszentrum

In familiärer Atmosphäre.

Bereits im Mai 2018 wählte man Ellmau als Ort des Ausgleichssporttages für Sportler des Heeressportleistungszentrums Innsbruck aus. Nun traf man sich erneut in der Gemeinde, um eine weitere Sportart zu erleben, die außerhalb des alltäglichen Spektrums der Leistungssportler liegt.
Drei Leistungssportler nahmen an dem Tag teil: Jessica Pilz sowie Jakob Schubert sind Weltmeister beziehungsweise Doppelweltmeister im Klettern, Lukas Pachner war im Winter 2018 Olympiateilnehmer im Snowboard Cross. Mit »ihrer« Sportart an sich, in der sie bei Europameisterschaften, Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen um Medaillen kämpfen, hatte der Ausgleichssporttag aber wenig zu tun. Bewusst, wie der stellvertretende
Kommandant Franz Loidhold beschreibt: »Der Ausgleichssporttag ist ein Tag beziehungsweise ein Vormittag in familiärer Atmosphäre zwischen den Kommandanten und den Leistungssportlern des Heeresleistungssportzentrums Innsbruck, an dem die Sportler eine andere Sportart erleben dürfen.« Im Falle der drei waren es Tandemflüge. Nachdem die Bergbahn Ellmau-Going die Sportler sicher zur Bergstation brachte,
flogen sie leise vom Hartkaiser aus ins Dorf. »Jakob Schubert und Jessica Pilz wurden bei der Kletter-WM Doppel-Weltmeister beziehungsweise Weltmeisterin. Sie haben sich somit einen wunderschönen Tag in Ellmau ›verdient‹«, sagt der stellvertretende Kommandant. »Lukas Pachner hat aufgrund einer Verletzung leider nicht am letzten Ausgleichssporttag teilnehmen können. Das haben wir jetzt nachgeholt.« Die Veranstaltung stand zudem unter der Leitung des Kommandanten des Heeressportleistungszentrums Innsbruck,

»Der Ausgleichssporttag ist ein Tag bzw. ein Vormittag in familiärer Atmosphäre zwischen den Kommandanten und den Leistungssportlern.«

Franz Loidhold, Kommandant-Stv.

Immer wieder Ellmau

»Wir kommen immer wieder in den Ort, da die Infrastruktur sowie das Panorama in Ellmau hervorragend sind und wir in enger und guter Zusammenarbeit mit den Sponsoren – darunter Helmut Schermer mit seinem ›Flycenter Wilder Kaiser‹, die Bergbahnen Ellmau-Going und Gastronomiebetriebe – stehen. So ist es finanziell möglich, mit unseren Athleten und Athletinnen einen Ausgleichssporttag fernab von Trainingsstätten und Trainings- und Wettkampf-Alltag durchzuführen«, ergänzt er. Dass dieser Tag auch bei den Sportlern gut ankommt, signalisierten sie bereits beim gemeinsamen Mittagessen im Gasthaus Au: »Ein Erlebnis mit und in der Natur« ist auf der einen Seite zu hören, »Was gibt’s Schöneres?« auf der anderen. Das hört sich nach einem weiteren Ausgleichssporttag in Ellmau an.
Dabei wurde ihm das Kochen direkt in die Wiege gelegt, etwas anderes ist nie in Frage gekommen. »Ich habe schon als Kind ger- ne gekocht«, erzählt er von seiner Kindheit. Die Lehre zum Koch hat er in Going beim Dorfwirt gemacht, direkt zuhause beim We- berbauern wollte er nie seine Lehrzeit ver- bringen. »Wenn man daheim lernt, dann wird man meiner Meinung nach schon etwas bevorzugt. Und genau das wollte ich vermei- den.« Zurück in den elterlichen Betrieb kehrte Ludwig ohnehin nach seiner Lehre ohne Um- schweife, unter dem damaligen und langjäh- rigen Küchenchef Sepp Sappl arbeitet er als Beikoch ein paar Jahre mit. Mit Mitte zwanzig übernahm er den Küchenchefposten. »Zu der Zeit haben mir aber auch viele nahegelegt, ich soll raus in die Welt«, schildert er. »Heute bereue ich das, damals wäre es aber für mich nicht in Frage gekommen.
TEXT: Alexandra Embacher FOTO: HLSZ 6

Sportclub Going

Ein halbes Jahrhundert.

Der Sportclub Going feiert heuer sein 50-jähriges Jubiläum. Seit der Gründung im Jahre 1969 hat sich viel getan, wir blicken auf die Geschichte und die Höhepunkte des Traditionsvereines zurück und geben Einblick in das Vereinsleben des Fußballvereines am Fuße des Wilden Kaisers.
Der Sportclub Going hat heuer einiges zu feiern. Immerhin wurde er vor einem halben Jahrhundert gegründet und hat seitdem viel erlebt. Es war der 4. Dezember 1969, als der SC Going aus der Taufe gehoben wurde. In mehreren Sitzungen wurden die Grundlagen des neuen Vereins festgelegt und an dem Tag besiegelt. Die Gründungsmitglieder waren der damalige Obmann Horst Grottenthaler, Hermann Trixl, Josef Lang, Manfred
Wopfner, Franz Puckl, Jakob Pirchl, Gerold Erber und Erich Astl. Genau genommen begann alles bereits 1950. Damals wurde der Untere Blaichanger gepachtet, um dort die Fläche als Schulturnplatz zu verwenden und den Grundstein für den Sportclub zu legen. Danach spielte der Verein seine Begegnungen am Sportplatz hinter der Volksschule. Hier wurden zwischen 1969 und 1972 die Vereinsmeisterschaf
ten und Freundschaftsspiele ausgetragen. Doch der Sportclub wuchs und es musste eine neue Stätte gefunden werden. 1972 war es dann so weit, die Gemeinde kaufte ein Grundstück im Ortsteil Höhenleit und ließ darauf einen Sportplatz errichten. Ein Holzstadel wurde zu Umkleidekabinen mit sanitären Anlagen umgebaut und mit viel Hilfe und Ausdauer wurde der neue Sportplatz in Windeseile errichtet.
Im gleichen Jahr folgte auch die Aufnahme in den Tiroler Fußballverband. Am 30. Mai war es dann so weit: Der SC Going war offizielles Mitglied des Fußballverbandes und konnte in die Meisterschaft in der 2. Klasse Ost eingreifen. In den folgenden Jahren folgten einige Höhepunkte, an die sich die alteingesessenen Fußballfans noch gerne zurückerinnern: Zweimal konnte die Mannschaft in den 80er- und 90er-Jahren die Meisterschaft nach Going holen, 1983-84 und 1998-99. Die Feiern dazu sind bis heute unvergesslich.

Neues Stadion WildeR Kaiser

Der Verein wurde mit den Jahren immer größer und wuchs zu einem beachtlichen Sportverein am Wilden Kaiser heran. Besonders die Jugend drängte vermehrt zum Fußball und so wurde nach und nach der Fußballplatz Höhenleit zu klein für einen Fußballbetrieb sämtlicher Teams und Altersklassen. Die Gemeinde war wieder auf der Suche nach einem neuen, größeren und geeigneten Standort. 1999 folgte der Spatenstich und nach zwei Jahren Bauzeit wurde der neue Sportplatz eingeweiht. Genauer gesagt am 16. September 2001. Das Stadion Wilder Kaiser kam im neuen Glanz daher. Es bestand aus dem Hauptplatz mit Vereinsheim und Tribüne, vier Kabinen, Sanitärräumen, Parkplatz und Kinderspielplatz. Der besondere Stolz des Vereins war aber ein damals österreichweit einzigartiger Kunstrasenplatz.

Von Anfang an konnte das neue Stadion überzeugen und begeisterte die Sportler wie die Fans. Im Meisterschaftsjahr 2004-05 folgte der dritte Meisterschaftsgewinn der ersten Mannschaft in der 2. Klasse Ost. Aber nicht nur der Meisterschaftsbetrieb, auch viele Freundschafts- und Prominentenspiele wurden in der neuen Sportstätte gerne ausgetragen. Daneben fungierte das Stadion 2005 auch als Zieleinlauf des Koasa-Laufs und sorgte somit auch bei dieser Veranstaltung für einen würdigen Rahmen.

»Ohne die vielen freiwilligen Hände und der finanziellen Mithilfe wäre die Entwicklung unseres Vereines so nicht möglich gewesen.«

Christian Lang, Obmann SC Going

Kooperation und Spielgemeinschaft

Das Stadion ist in den vergangenen Jahren wiederholt Schauplatz von Trainingslagern internationaler Clubs (u. a. Moskau, Donezk, Stuttgart, HSV, Watford) gewesen. Aber auch der Nach wuchs hat sich im Sportclub gut entwickelt. Es sind um die 60 Nachwuchsfußballer aus Going im Spielbetrieb tätig. Durch die Kooperation und Spielgemeinschaft mit Söll und Ellmau kann ein Spielbetrieb in jeder Altersklasse gewährleistet werden. Neben der Kampfmannschaft und den Reserveteams sind aktuell fünf Nachwuchsmannschaften im Einsatz.
Zu Pfingsten ist auch der Cordial Cup, eines der größten Nachwuchsturniere in Europa, ein fixer Bestandteil im Fussballjahr des SC Going. Rund 3.000 Kinder und Jugendliche (U11/U13/U15) aus 20 Nationen kämpfen auch 2020 an mittlerweile zwölf Spielorten um die begehrten Trophäen. 2014 folgte der vierte und letzte Meistertitel in der 1. Klasse Ost und der damit verbundene Aufstieg in die Bezirksliga. Nach zwei lehrreichen Saisonen musste wiederum der Gang in die 1. Klasse Ost angetreten werden. Das sportliche Ziel: Wiederaufstieg in die Bezirksliga, dort ein fixer Bestandteil des Meisterschaftsbetriebs werden und den eigenen Nachwuchs bestmöglich ausbilden und fördern.

TEXT: Heiko Mandl FOTO: Eigenfoto

Kraftalm

Ein Hoch auf das Alte

Im Fokus der Umgestaltung steht vor allem eines: Die Freude am Einkaufen. Dazu wird komplett umgestaltet, neu or- ganisiert, das Sortiment umgestellt und ein frisches, emotionales Konzept etab- liert. Allerdings macht nicht nur die Aus- wahl einen Unterschied – es geht dabei auch darum, Stressfaktoren zu minimie- ren. So liefert der Umbau dann ein Er- lebnis, das mit freundlicher Atmosphäre und offener Architektur punktet und gezielt Schwerpunkte setzt, die den Be- sucher überraschen und begeistern. Zu diesem Zweck wird mit Vorschlagham- mer, Schaufel und Bagger gewerkt, um dann gegen Ende des Jahres zu zeigen, das es möglich ist, etwas Alltägliches wie einkaufen mit Freude und Genuss zu verbinden.