Der Gipfel auf einen Schlag

»Wenn ich Take Five spiele von Paul Desmond, da geht den Menschen das Herz auf. Das mögen die Jungen und die Alten. Diese Musik bringt die Leit zomm, sie verbindet«, schwärmt Max Kucera mit glänzen- den Augen, wenn er von dem größten Hit seines Idols spricht. Dass Max jedoch mit verantwortlich für ein Stück Ellmauer Volksmusik Geschichte ist, wissen heute nur noch die Wenigsten.
Der dritthöchste Gipfel des Wilden Kaiser sticht aus den anderen etwas heraus, liegt er etwas vorgelagert zu der Gipfellinie des Wilden Kaisers. In weiterer Folge ist das Tuxeck unschwer zu erkennen. Zumindest den Grad vom Scheffauer, über das Tuxeck, bis zu den steilen Wänden bergab nach Ellmau sind ein unverkennbares Bild am Wilden Kaiser. Nachdem die beiden Gipfel nah beieinander liegen ist es logisch, sie mit einer Wandertour zu besteigen. Wir planen für die Runde einen Tag ein, der Abstieg durch das steile und zum Teil lose Geröll darf nicht unterschätzt werden. An heißen Tagen brennt die Sonne zudem ohne Gnade auf die Süd-West-Hänge der beiden Gipfel.

Der Start

Wir starten direkt beim Wanderparkplatz neben dem Gasthaus Jägerwirt. Über einen Forstweg geht es durch Wälder, an einem Bach entlang, Richtung Wegscheid-Niederalm. Wir queren den Bach über eine Brücke und gehen über eine Wiesenlandschaft weiter bergauf. Vorbei an der Wegscheid-Niederalm geht es parallel zum Bach Richtung Gipfel. Bei der Wegscheid-Hochalm wartet ein Brunnen mit frischem Quellwasser auf die Wanderer. Wir füllen unsere Flaschen noch einmal ganz voll, wer weiß wann wir wieder zu frischem Quellwasser kommen. Nach der Labestation geht es durch einen Wald und schließlich kreuzt der Anstieg den Wilden-Kaiser-Steig, der unterhalb der schroffen Wände von West nach Ost zieht. Nach einer kurzen Abstecher auf dem Steig führt der Weg rechts bergauf über lichtes Buschwerk Richtung Wasserfall. An heißen Sommertagen bietet der Wasserfall eine herrliche Erfrischung, er ist zudem ein imposantes Naturschauspiel und lädt zu einer Rast ein.

Die Tour geht weiter

Wir gehen rechts vom Wasserfall weiter, zum Teil über steile Pfade und durch dichte Latschenfelder Richtung Schneekar. Der Ausblick von hier oben ist imposant. Über den Köpfen thront der Treffauer und gegenüber liegen die sanften Berge der Kitzbüheler Alpen. Nach vielen steilen Kehren erreichen wir einen Felsrücken. Die Kletterrouten rechts hinauf sind von
Der Einstieg erfolgt über leichte Kletterei und mündet in den steilen und ausgesetzten Pfad, der sich über die herabfallenden Wände hinauf zum Gipfel zieht. Wir steigen über viele Serpentinen stetig bergauf, zum Teil an Latschenfelder vorbei, aber meist über offenes und schroffes Gelände. Der Gipfel kommt immer näher und über einen sanften Grasrücken erreichen wir wieder steiniges Gelände. Durch eine Felsrinne und über einen Grat kommen wir schließlich beim Vorgipfel an. Bis zum Treffauer sind es dann nur mehr ein paar Meter über leichtes Klettergelände.

Wer will kann den Abstieg entlang vom Gipfel wieder bergab zurück zum Auto gehen. Wir wählen aber Heimweg über das Tuxeck. Vom Gipfel aus ist das Tuxeck Richtung Süden gut erkennbar. Der Weg dahin führt über einen steinigen Pfad, zum Teil ausgesetzt mit einigen technischen Passagen. Schneller als erwartet stehen wir vor dem letzten Anstieg hoch zum Tuxeck. Über kurze Kletterpassagen, klettern wir die letzten Meter hoch. Geschafft! Der Gipfel steht imposant über dem Ort Scheffau. Von hier oben hat man eine komplette Sicht über den Wilden Kaiser, erste Reihe fußfrei.

Der Abstieg

Der Abstieg Richtung Tal ist nicht zu unterschätzen. Er folgt über einen schmalen Pfad, der sich nach links Richtung Wilder Kaiser-Steig zieht. Der Weg ist zum Teil rutschig und steinig. Durch die Geröllhalden kann man leicht ausrutschen. An schönen Sommertagen wird es hier ganz schön heiß, so scheint die Sonne unbarmherzig auf die felsigen Südwände des Wilden Kaisers und erwärmt diese.

Wir steigen vorsichtig den schroffen Steig bergab und kommen schließlich zum Wilden-Kaiser-Steig zurück, den wir Richtung Hintersteinersee gemütlich entlang wandern. Die letzten Meter zurück zum Auto sind für uns ein Genuss, die Bäume kühlen die Luft und die Bäche in der Umgebung begleiten uns bergab mit ihrem Rauschen. Nach gut sieben Stunden sind wir wieder zurück beim Auto. Die deftige Einkehr beim Gasthof Jägerwirt haben wir uns nach dem langen »Wandertag« auf jeden Fall verdient.

Text & Foto: Heiko Mandl

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