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Untereggenhof

Die Wilde Kaiserin

Untereggenhof

Die Wilde Kaiserin

Untereggenhof

Die Wilde Kaiserin

Hoch über Reite

Eineinhalb Kilometer oberhalb von Reith liegt idyllisch mitten im Grünen der Untereggerhof. Ein Ort, an dem Familie großgeschrieben und der Schnaps selbst gebrannt wird. Sogar Soko Kitzbühel machte schon halt im Bauernhaus, dessen Alter niemand so genau kennt, und verwandelte die Stube aus der Zeit Maria Theresias vollkommen.

Es geht nach oben, hinein in den Wald. Eine Kurve folgt der anderen. Die Straße ist längst schneebedeckt und außer Sträuchern und Bäumen ist nichts mehr zu sehen. Doch die Anfahrtsbeschreibung war klar: Immer nach oben, auch wenn ihr glaubt, da kommt nichts mehr. Und wirklich. Eine letzte Kurve, der Wald öffnet sich, schneebedeckte Wiesen werden sichtbar und die Rückseite des Untereggerhofs der Familie Adelsberger. Lautstarkes Bellen schallt über das Hofgelände. Sekunden später erscheinen zwei Pfoten, eine Schnauze und zwei lustig wackelnde Ohren an der halbhohen Stalltür. Lucy, der Hofhund.

 

Großfamilie

Tannengrün, Weiß und der warme, braune Farbton des Holzes verschmelzen zu einem harmonischen Ganzen. Das Holz stapelt sich vor und neben dem Bauernhaus. Die Küche gleich links von der Eingangstüre ist heimelig warm und gemütlich-modern eingerichtet. »Irgendwann musste einmal etwas Neues her«, lacht Christl Adelsberger, die vor 32 Jahren zu ihrem Mann Thomas auf den Hof hoch über Reith zog. Bis zum Frühjahr bewirtschafteten die beiden den Hof, seither hat ihn ihr ältester Sohn Thomas jun. gepachtet. »Wir helfen aber trotzdem

»Unsere Stube ist noch aus der Zeit von Maria Theresia.«

Christl Adelsberger, Reith

mit, so gut es geht, eine Familie hält einfach zusammen«, erklärt Thomas, und sein Sohn sowie dessen Freundin Sandra nicken bestätigend. Die Familie wurde am Untereggerhof immer schon großgeschrieben. Vier Geschwister von Thomas lebten noch im Haus, als Christl einzog, dann folgten ihre eigenen fünf Kinder. »Zu Spitzenzeiten wohnten hier drei Generationen, 14 Familienmitglieder.« Eng war es zu der Zeit, aber dabei hat sich niemand etwas gedacht. Nichtsdestotrotz stockten die Bauersleute schließlich den Hof auf. Dabei fanden sie über eine Inschrift auch heraus, dass das Bauernhaus bereits schon 1780 erweitert wurde. Wann das Anwesen errichtet wurde, das geht jedoch nirgends hervor.

Türe in die Vergangenheit

Der Vorraum ist geprägt durch das alte Holz an Wänden, der Decke und am Boden sowie dem riesigen Ofen, der von hier aus eingeheizt wird. Über zwei Stufen geht es hinein in die Stube, die direkt gegenüber der Küche liegt. »Zwei Stufen, da der Hof auf dem schrägen Gelände errichtet wurde. So hat man früher Unebenheiten am Bauplatz ausgeglichen«, erklärt der Altbauer. Durch die Türspalte scheint das Tageslicht leicht in
den Gang hinein. Der Türrahmen ist kunstvoll geschnitzt, genauso wie bei den Zimmereingängen im oberen Stock. Ein Griff zur alten Klinke und der Blick in die Vergangenheit wird frei. Die Zeit scheint hier herinnen stehen geblieben zu sein. Altholz an den Wänden, Decken und Boden. Der typische Kachelofen mit den charakteristischen tannengrünen Kacheln. Die Stromleitungen sind ganz klassisch am Holz fixiert. Ganz hinten in der Ecke, direkt über dem runden Bauerntisch, ist der Herrgottswinkel eingerichtet. Ein Stück, auf das die Familie besonders stolz ist.

Maria Theresia trifft Soko Kitzbühel

»Die Stube ist aus der Zeit von Maria Theresia«, erklärt Christl und fügt hinzu, dass hier herinnen sogar schon für eine Folge von Soko Kitzbühel gedreht wurde. »Sie haben den Raum komplett ausgeräumt und in eine Küche verwandelt, wir haben unsere Stube nicht mehr wiedererkannt. Da war was los am Hof«, erzählt sie lachend. Aus der Zeit von Maria Theresia stammt auch das Brennrecht des Hofs. »Wie das Haus wird auch die alte Brennanlage ausschließlich mit Holz beheizt, deshalb heißt es extra aufpassen, damit nichts anbrennt. Früher, als wir noch mehr Obst hatten, mussten wir uns abwechseln, um die Anlage zu beaufsichtigen. Und das hat gedauert, Tag und Nacht, da wir durch das offene Feuer nur sehr langsam brennen konnten. Da war es gut, dass so viele Leute am Hof lebten«, schmunzelt Christl. Spelling und Äpfel landen im Brenner. Ab und an auch Zwetschgen, doch die werden meist gedörrt, damit Christl genügend Zutaten für ihr Klotzenbrot hat, das sie jeden Winter wieder zubereitet.

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